Allgemeines
Verschiedene Symptome können auf Erkrankungen der Hirngefässe hinweisen.
Durchblutungsstörungen im hinteren Hirnkreislauf (Arteria vertebralis und basilaris) führen zu Funktionsbeeinträchtigungen des Hirnstammes und / oder Kleinhirnes. Diese können sich unter anderem in Schwindel und
Gleichgewichtsstörungen, Sprachstörungen, Ausfällen bestimmter Hirnnerven, welche Organe des Kopfes und Halses versorgen, zusätzlich in gelegentlichen Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen an Rumpf und Extremitäten
äussern. Bei Durchblutungsstörungen der hinteren Grosshirnabschnitte (Hinterhauptslappen) können Sehstörungen bis hin zur Blindheit entstehen.
Durchblutungsstörungen im vorderen Hirnkreislauf äussern sich am häufigsten in halbseitigen sensiblen und / oder motorischen Ausfällen (Halbseitenlähmungen). Zusätzlich können auch hier Sprachstörungen auftreten.
Durchblutungsstörungen der vorderen Grosshirnanteile können Wesensveränderungen bedingen.
Insbesondere bei ausgedehnten Mangeldurchblutungen des Gehirns können neben den vorerwähnten umschriebenen Ausfallerscheinungen auch globale Hirnfunktionsstörungen auftreten, so z.B. psychomotorische Verlangsamungen
bis hin zu Somnolenz, Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit, ggf. auch Krampfanfälle.
Klassifizierung
Bei flüchtigen Hirndurchblutungsstörungen kann es zu vorübergehenden Ausfallerscheinungen kommen, welche sich binnen kurzer Zeit, meist im Laufe von Minuten bis Stunden wieder vollständig zurückbilden. Tritt eine
völlige Wiederherstellung innerhalb von 24 Stunden ein, spricht man von einer Transitorisch-Ischämischen Attacke (TIA).
Wenn im Falle länger dauernder Ausfälle eine ebenfalls vollständige Rückbildung der Ausfallerscheinungen nach mehr als 24 Stunden, in der Regel binnen weniger Tage eintritt, liegt ein PRIND vor (Prolongiertes Reversibeles Neurologisches Defizit).
Im Falle bleibender Ausfälle handelt es sich um das Vollbild eines Schlaganfalles. Dieser wird auch als cerebraler Insult bezeichnet. Durch intensive Rehabilitation kann bei günstigem Verlauf das Ausmass fortbestehender Funktionsbeeinträchtigungen verringert werden.
Copyright:
Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich, Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182
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